Archiv der Kategorie: Gedichte

Du bist mein Mond

Ein wunderschönes Gedicht. Ich habe es zum ersten Mal am 20.02.16 beim Auftritt der Band „Dunkelschön“ gehört und war sofort fasziniert.

Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde;
Du sagst, du drehest dich um mich.
Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß ich werde
in meinen Nächten hell durch dich.

Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde;
sie sagen, du veränderst dich.
Allein du änderst nur die Lichtgebärde
und liebst mich unveränderlich.

Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde,
nur mein Erdenschatten hindert dich,
die Liebesfackel stets am Sonnenherde
zu zünden in der Nacht für mich.

Friedrich Rückert (1788 – 1866)

Musikgruppe: Dunkelschön
Album: Irfind
Jahr: 2009
http://www.dunkelschoen-musik.de/

Seufzend sprach ich zu der Liebe

Seufzend sprach ich zu der Liebe,
Als ich sie entschleiert sah:
Ach, daß so dein Antlitz bliebe
Meinen Blicken ewig nah!

Doch wie dich die Sehnsucht freier
Schauet einen Augenblick,
Senket wieder sich der Schleier,
Und verdüstert mein Geschick.

Liebe sprach: in ewig reinem
Lichtestrahl ich, o du Tor,
Nicht von meinem, sondern deinem
Angesichte hängt der Flor.

Friedrich Rückert (1788 – 1866)

Im Dunkel der Nacht [08.05.2006]

Der Weg ist dunkel,
Ich gehe allein.
Hinaus in die Finsternis,
Die sich um mich schließt.
Alter Freund !
Wispert es an mein Ohr.
Ja, ich bin zurück.
Zurück in jenem Mantel,
Der mich schützend wärmt.
Zurück an jenem Ort,
Der mich fliegen lässt.
Zurück bei jenem dunklen Gefährten,
Der mir meinen Weg weist.
Zurück bei jenem Freund,
Der mein Innerstes versteht.

Finsternis, die mich sehen lässt
Erhoben gegen das blendende Licht
Ich genieße deine Anwesenheit.
Möge die Nacht doch niemals enden.
Es ist spät.
Bald musst du wieder gehen.
Ich bin immer bei dir !
Deine Worte trösten mich.
Bald bin ich wieder einsam
Unter den Menschen.
Kannst du nicht bleiben?
Schweigen.
Ich verstehe.
Es muss wohl Schicksal sein,
Dass sich unsere Wege trennen.
Doch wir sehen uns wieder !

Der Morgen graut.
Ich höre sie schon, die Leute
Ihre Worte, scharf wie Messer,
Beginnen an meinem Mantel zu schneiden
Finsternis. Ruhe. Geborgenheit.
Das alles ist vorbei.
Warum kannst du nicht bleiben?
Meine Worte verstummen.
Mein Geist verschließt sich.
Ich muss zurück.
Eines Tages, wenn du entschläfst,
werden wir immer zusammen sein !

Du verabschiedest dich.
Wir werden uns wieder sehen.
Heute Nacht.
Vielleicht für immer…

Schattenwelt [14.06.2015]

Schattenwelt

Der Himmel ist verhangen
Die Welt von Nebel verhüllt
Meine Seele wird schwer
In dieser Alltagstristesse
Auf der Suche nach Licht
Begebe ich mich hinaus
Doch kann ich nichts finden
Außer Sehnsucht und Schmerz
Eine Welt voller Schatten
Eine Welt ohne Hoffnung
In ihr bin ich gefangen
Bis ans Ende meiner Zeit

Zerborstener Spiegel [11.03.2015]

Zerborstener Spiegel
Scherben liegen verstreut
Kann mich nicht mehr sehen
Nur Teile von mir
Ich trag‘ sie zusammen
Mit blutenden Händen
Ein kleines Stück Mensch
Und was ist der Rest?
Eine einfache Frage
Doch ganz ohne Antwort
Ich lebe nicht mehr
Existiere nur noch

Dauerausschreibung beim Chiliverlag

Wer sich politisch interessiert und seine Gedanken, Meinungen literarisch äußern möchte, erhält beim Chiliverlag eine Gelegenheit dazu.
Es werden politische Dichtung und Kurzprosa gesucht. Diese können nun dauerhaft und ohne Abgabefrist eingereicht werden. Kommen genügend gute Texte zusammen, gehen die Planungen für einen weiteren Band der Reihe „Politische Dichtung der Gegenwart“ los.
Pro Autor können bis zu zwölf Texte eingereicht werden.

http://www.franzis-litfass.biz/chiliverlag-ausschreibungen/

Verlorener Engel [04.02.2015]

Wo bist du, mein Engel?
Ich suche nach dir
Glaubte dich gefunden
Jahre ist es her
Nun sterbe ich täglich
durch Schmerzen und Frust
Ich bin einsam, allein
Du bist mein größter Verlust
Ich weis nicht wohin
Es scheint alles verkehrt
Sollte ich sterben?
Hat mein Leben noch Wert?

Verdammte Liebe [02.02.2015]

Ich bin verdammt
Verdammt ohne dich
Kraftlos am Boden
Bemerkst du es nicht?
Ich habe alles gegeben
Meine Liebe, mein Herz
Du hast alles genommen
Zurück bleibt der Schmerz
Ich kann nicht zurück
Ich kann nicht nach vorn‘
Ertrinke im Alk
Es ist alles verloren

Gedichte analysieren

Hin und wieder schreibe ich auch Gedichte. Für mich ist es die schönste Art Gefühle oder Gedanken auszudrücken. Meist geht das sogar besser als mit langen Texten. Dafür ist das shreiben dieser kleinen Kunstwerke umso schwieriger. Ehrlich gesagt habe ich mich mit dem Versmaß schon immer äußerst schwer getan – das wird sich wohl auch nicht ändern.

Auf der Suche nach einer Lösung bin ich auf folgende Webseite gestoßen: http://poetron-zone.de

Hier gibt es den sogenannten „metricalizer“. Ein nützliches Programm, wie ich finde. Es analysiert eingegebene Gedichte auf das mögliche Versmaß und zeigt es an. Wenn es einem der vorgegebenen Schemata (Jambus, etc.) entspricht, wird dies auch angezeigt.

Ein anderes Plus ist die automatische Silbentrennung. Bei einzelnen Gedichtformen kommt es gerade auf die Anzahl von Silben an. Das Programm trennt sie sauber und erstellt eine kleine Auflistung, um schnell sehen zu können, welche Zeilen aus dem Rahmen springen.

Mir hat es schon mehr als einmal geholfen holprige Stellen zu finden, sodass ich weiter basteln konnte, bis das Gedicht für mich passte.

Tränenmeer [31.01.2015]

Tränenmeer

Jeden Tag werden Tränen vergossen
Sie speisen das Meer der Trostlosigkeit
Keine Hoffnung, keine Illusion
Kalte Realität umfängt mein Herz
Alleine stelle ich mich dem Meer
Sehe mein Leben in ihm versinken
Wäre nicht der letzte Hoffnungsschimmer
Ich ginge für immer verloren